Im ersten Teil dieser kleinen „Reihe“ habe ich ja bereits von meinen größten Erkenntnissen aus 2021 berichtet und die ersten fünf von zehn Learnings mit dir geteilt. Heute folgt der zweite Teil – auch wenn jetzt schon 2022 ist. Ich hoffe, ich kann auch dir damit ein bisschen Inspiration für das neue Jahr bieten. Los geht’s mit den Erkenntnissen 6 bis 10 😉

6) Pausen sind produktiver als blinder Aktionismus

Das habe ich auf jeden Fall deutlich gemerkt in den letzten Wochen und Monaten. Es bringt überhaupt nichts, sich in etwas reinzuhängen aus dem Gedanken heraus „Das MUSS jetzt aber heute unbedingt fertig werden.“ Meistens wird es dann weniger gut, als wenn ich es mit Abstand am nächsten Tag nochmal angehe. Und normalerweise bin ich am nächsten Tag auch deutlich schneller.

So habe ich mir immer wieder Auszeiten genommen über das Jahr verteilt, wenn ich das Gefühl hatte „irgendwas passt gerade nicht.“ Manchmal hatte ich das Gefühl, ich bin dadurch langsamer vorangekommen als es möglich gewesen wäre. Im Rückblick kann ich aber sagen: Das Tempo war genau richtig.

Wenn es dir also gerade vielleicht ähnlich geht, kommt hier mein Tipp: Wenn dein Gefühl dir sagt, dass du eine Pause brauchst, dann brauchst du auch eine und bist am Ende vermutlich schneller, wenn du dir diese Pause auch nimmst.

7) Bauchgefühl ist das beste Gefühl

Vielleicht kennst du das auch: Die besten Dinge sind im letzten Jahr nie passiert, wenn ich Dinge von langer Hand geplant hatte, sondern immer dann, wenn ich dachte “Wumpe, ich mach das jetzt einfach.” Und gerade bei einigen, großen Entscheidungen in den letzten Wochen habe ich deutlich gemerkt: Mein Bauch weiß meistens schon recht früh was ich will – mein liebes Plan-Hirn möchte dann lieber nochmal abwägen. Das macht es allerdings selten besser.

Mein Vorhaben für 2022: Mehr Intuition wagen. Bist du dabei?

8) Besser übermutig sein und später zurückrudern als überhaupt nirgends hin rudern

Ab und zu im letzten Jahr habe ich auch Entscheidungen getroffen, von denen ich im Nachhinein nicht mehr so überzeugt war. Das waren sowohl Entscheidungen aus dem Verstand als auch aus dem Bauch heraus, die sich mit ein bisschen Abstand, Erfahrung oder mehr Informationen als „doch nicht so ganz richtig“ erwiesen haben.

So musste (oder durfte?) ich ein paar Mal im letzten Jahr sagen „Da war ich zu voreilig, das passt doch nicht so gut zu mir“ oder „Ich habe gemerkt, dass ich gerade doch einfach andere Prioritäten habe.“ Und das galt für private Verabredungen ebenso wie für 1-2 berufliche Projekte.

Was ich damit sagen will: Solche Dinge passieren. Nicht jede Entscheidung kommt dir nach drei Mal drüber schlafen noch schlau vor. Das ist aber kein Grund, überhaupt keine Entscheidungen mehr zu treffen und vorsichtshalber immer „nein“ zu sagen und gar nichts Neues zu probieren oder Möglichkeiten wahrzunehmen.

Solange du das erkennst und das ehrlich kommunizierst, finde ich das aber gar nicht schlimm.

Kritisch wird es meiner Meinung nach dann, wenn du aus Pflichtgefühl weiterhin Dinge durchziehst, die doch nicht zu dir passen oder dich ewig nicht traust, etwas abzusagen, während sich andere auf dich verlassen.

Ich glaube, darin bin ich 2021 definitiv besser und auch ehrlicher mit mir selbst und auch mit anderen geworden. Und ich rate auch dir, dich immer wieder zu fragen: Stehe ich gerade noch zu meinen Entscheidungen oder möchte ich nochmal etwas verändern?

9) Visionen und Ziele können und sollten sich ändern – auf diese Weise sagen dir Herz und Hirn, dass sie was gelernt haben

Auch dieser Punkt schließt sich nahtlos an den vorherigen an. Gerade, wenn du viel in deinem Leben veränderst, ein großes neues Projekt angehst oder eine wichtige Entscheidung triffst. Manchmal merkst du auf dem Weg, dass die erste Vision, die du hattest, die ersten Ziele oder deine Strategie doch nicht zu 100% passen. 

Gerade jetzt am Jahresanfang hast du vielleicht viele neue Ziele oder Vorhaben für 2022 gefasst und sogar aufgeschrieben. Lass dir gesagt sein: Es lohnt sich, das in einem halben Jahr nochmal anzusehen und dich ehrlich zu fragen: Will ich das alles noch?

Falls du selbst eine große Veränderung hinter dir hast oder eine anstrebst (z. B. privat besser Grenzen setzen oder dich beruflich neu orientieren) kann ich dir sagen: Es ist total normal, dass sich dein Ziel, deine Ausrichtung und dein Fokus mit dir verändern und mit den Dingen, die du auf dem Weg lernst.

Lass dir also nicht einreden, du seist „sprunghaft“ oder „orientierungslos“, wenn sich deine Ziele verändern – es gehört dazu, die eigene Richtung immer mal wieder anzupassen, wenn du unterwegs bist.

Das ist meiner Meinung nach nur ein Zeichen dafür, dass dein Herz und dein Verstand etwas gelernt haben und dir eine neue Richtung zeigen wollen. Nicht darauf zu hören und stumpf einen Plan zu verfolgen, der sich nicht mehr richtig anfühlt, geht meistens nach hinten los (auch das kann ich aus Erfahrung sagen).

10) Die Menschen mit der wenigsten Ahnung haben oft die lauteste Meinung

Sobald eine größere Veränderung ansteht, sind auch sie da: Die Leute, die besser wissen, wie du etwas angehen solltest. Und das sind leider meistens nicht die, die den Weg selbst schon gegangen sind, sondern eher die, die vor allem Meinung haben – aber keine Erfahrung. 

Obwohl ich mir vorher vorgenommen hatte, das nicht zu tun, habe ich doch gemerkt, dass ich mich in einigen Dingen von anderen habe verunsichern lassen. Manchmal nur in ganz kleinen Dingen, aber trotzdem. 

Meistens meinen es diese Menschen nur gut – allerdings drücken sie dir immer auch ihre eigene Weltsicht auf. Und die muss nicht unbedingt mit deiner übereinstimmen. Der deutlichste Indikator dafür: Sie geben dir ungefragt Ratschläge, ohne überhaupt gefragt zu haben, was eigentlich dein Ziel ist. Daran kannst du ziemlich deutlich erkennen, dass dein Gegenüber eher bei sich selber ist und weniger bei dir. 

Für mich gilt daher: Ich fokussiere mich auf den Austausch mit Menschen, die auf dem Pfad unterwegs sind, den ich auch gerade beschreite. Die am gleichen Punkt sind oder eben schon da, wo ich hin will. Von diesen Menschen kann ich deutlich mehr lernen als wenn ich mich von jedem „dahergelaufenen Ratschlag“ verunsichern lasse.

Und am Ende ist es so: Es wird immer Menschen gehen, die meinen, sie wüssten es besser. Menschen, die vielleicht sogar hinter deinem Rücken darüber reden, wie du etwas machst und was du machst. Deshalb: Mach es einfach genau so, wie du meinst – die anderen reden eh.

Das waren meine 10 wichtigsten Erkenntnisse aus 2021 im Überblick.

Ich hoffe, du konntest auch für dich etwas mitnehmen oder hast an einigen Punkten etwas wiedererkannt, was du auch für dich schon gelernt hast? Dann freue ich mich auf den Austausch mit dir darüber in den Kommentaren!

Wenn du in 2022 für dich auch eine größere Veränderung anstrebst und dir dafür noch eine Begleitung (und den ein oder anderen Tritt in den Hintern) wünscht, schau dir gerne mein entsprechendes Coaching-Angebot an.